
Facharzt für Urologie
Fellow of the European Board of Urology
Andrologie
Urologische Chirurgie
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Die Prostata (Vorsteherdrüse) gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen. In Gestalt und Größe ist die Prostata mit einer Kastanie vergleichbar. Sie befindet sich unterhalb der Harnblase und umschließt dabei ringförmig einen Teil der Harnröhre. Die Vorsteherdrüse besteht aus Bindegewebe, Muskulatur und vielen einzelnen Drüsen, die hormongesteuert ein Sekret produzieren, welches beim Samenerguss ausgeschieden wird. Das Prostatasekret hält die aus den Hoden stammenden Spermien (Samenfäden) beweglich und hat somit eine wichtige Bedeutung für die Befruchtung der Eizelle.
Ab dem 40. Lebensjahr setzt bei den meisten Männern ein Wachstum der Prostata ein, welches überwiegend langsam und anfänglich ohne Beschwerden verläuft.
Ab einer bestimmten Größe kann die Prostata die Harnröhre so verengen, dass Beschwerden beim Wasserlassen auftreten. Etwa jeder 2. Mann ab dem 50. Lebensjahr ist von einer BPH betroffen, bei den 60- bis 70jährigen sind es sogar 75%.
Wenn die BPH rechtzeitig erkannt wird, kann die Behandlung mit Medikamenten erfolgen. In späteren Stadien ist eine Operation notwendig.
Bei Prostataoperationen wird, soweit möglich, das vergrößerte Drüsengewebe weitestgehend entfernt. Als Standardverfahren gilt nach wie vor die Operationstechnik durch die Harnröhre, bei der das Gewebe abgeschält wird (TUR-Prostata). Dieser Effekt kann elektrisch oder mit Laser erreicht werden. Hierbei können auch in der Blase liegende Steine entfernt werden. Wenn die Vorsteherdrüse allerdings sehr groß ist, sollte ein Zugang durch die Bauchdecke gewählt werden. Hierbei werden ähnlich gute Ergebnisse wie bei der TUR-Prostata erzielt.
Wir bieten Ihnen alle medikamentösen, endoskopisch-operativen und offen-operativen Therapieverfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung an.
Harnsteine können im gesamten Harntrakt vorkommen. Rund fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leidet an Harnsteinen. Die Steinerkrankung (Urolithiasis) kann sich in Form von Schmerzen und Blutbeimengungen im Urin oder akut durch plötzlich einsetzende krampfartige Schmerzen im Bereich der Flanken oder im Unterbauch äußern. Als allgemeine Risikofaktoren gelten Alter, Beruf, Diät und geringe Flüssigkeitsaufnahme. Es besteht zum Teil eine familiäre Veranlagung.
Harnsteine setzen sich aus kristallinem und organischen Bestandteilen zusammen. Etwa 80% aller Harnsteine bestehen aus Calciumsalzen, 10% aus Harnsäure. Schmerztherapie und Steinaustreibung durch erhöhte Flüssigkeitszufuhr sind Ziele der konservativen Therapie, die bei 80% der Fälle zum Erfolg führt. Ist der Stein im harnableitenden System verklemmt, muss je nach Größe und Lage eine Intervention erfolgen:
Bei dieser auch Stoßwellentherapie genannten Behandlungsform werden hochenergetische Schallwellen durch eine akustische Linse fokussiert und dann über ein am Körper des Patienten anliegenden Wasserkissen von außerhalb des Körpers („extrakorporal“) in das Innere des Körpers auf den Stein ausgerichtet. Die ESWL ist eine minimal-invasive Therapieform im Harntrakt und erfordert gewöhnlich keine Narkose.
Die minimal-invasiven Verfahren haben die offenen Steinoperationen nahezu vollständig ersetzt. Unter direkter Sicht können Nierensteine mittels Harnleiterspiegelung entfernt werden. Dabei wird ein Instrument über die Harnröhre via Harnblase durch den Harnleiter bis in die Niere vorgebracht. Man ist dadurch in der Lage Steine entweder direkt herauszuziehen oder vor Ort mit dem Laser zu zertrümmern. Eine weitere Möglichkeit bei sehr großen Nierensteinen ist die Operation über die Flanke. Hierbei wird das Instrument über die Haut in die Niere eingeführt und das Steinmaterial mittels Laser oder Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Dieser Zugangsweg über die Haut zur Niere wird auch als perkutane Nephrolitholapaxie – PCNL- bezeichnet.
Die endoskopischen Verfahren werden in Vollnarkose durchgeführt und bedürfen eines stationären Aufenthaltes.
Alle beschriebenen Verfahren der Steinentfernung bieten wir Ihnen im Rahmen unserer Belegarzttätigkeit an. Des weiteren bieten wir eine erweiterte Steindiagnostik inklusive Ernährungsberatung an
Harninkontinenz schränkt den Alltag stark ein. Wer seinen Besuch im Stadtzentrum nach der Verteilung der öffentlichen Toiletten planen muss, damit keine peinliche Situation eintritt, hat viel an Lebensqualität verloren. Harninkontinenz muss kein Schicksal sein. Angemessene Behandlung bringt oft merkliche Erfolge.
Vor einer jeden Therapie steht ein ausführliches Gespräch und oft ein Nachdenken über die eigenen Lebensgewohnheiten:
Dies führt vielleicht auch dazu, dass wir Sie auffordern über einige Tage ein Protokoll über Ihre Trink- und Toilettengewohnheiten zu führen (sog. Miktionstagesprotokoll)
Nach einer körperlichen Untersuchung und ggf. Spezialuntersuchungen, wie z. B. einer Blasendruckmessung (Urodynamik) sind wir vielleicht in der Lage Ihnen Linderung oder sogar Heilung zu verschaffen.
Folgende Therapiemöglichkeiten stehen bei der Behandlung der Inkontinenz zur Auswahl:
Ist eine ausgeprägte Belastungsinkontinenz vor allem durch eine schlaffe Beckenbodenmuskulatur und/ oder die Senkung von Gebärmutter und Blase verursacht, kann eine Operation helfen. Dabei werden die Harnblase und ein Teil der Harnröhre in ihrer ursprünglichen Position fixiert, so dass der Schließmechanismus wieder funktionieren kann. Eine solche Operation wird meist erst dann durchgeführt, wenn andere Behandlungen und regelmäßiges Beckenbodentraining ohne Erfolg geblieben sind. Dieser Eingriff ist, abhängig vom Befund, durch die Scheide oder mittels Bauchdeckenschnitt möglich.
In einigen Fällen reicht jedoch die Implantation eines Bändchens, um die Harnröhre zu unterstützen. Bei dieser sogenannten Operation wird ein Kunststoffband unter die Harnröhre gelegt, so dass diese bei Belastung nicht sofort nachgibt. Weiterhin regt das Band zur Einwanderung von Bindegewebszellen an, welche die Stützfunktion der Harnröhre übernehmen.
Das Ziel Trocken zu werden ist nicht selten ein langer Weg. Wir bringen Sie auf diesen Weg und helfen Ihnen gern dieses Ziel zu erreichen.
Wir bieten Ihnen eine sorgfältige Abklärung, und stadiengerechte Therapie.
Bei Harnwegsinfekten kommt es zu einer Besiedlung von Harnröhre, Harnblase, Prostata, oder Nieren mit Keimen, die normalerweise nicht im Harntrakt vorkommen.
Harnwegsinfekte kommen gerade bei Frauen aufgrund der kurzen Harnröhre häufig vor, aber auch Männer und Kinder sind von dieser Problematik betroffen. Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein, daher ist eine genaue Untersuchung notwendig.
Typische Symptome sind Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. In ausgeprägten Formen kann es zu blutigem Urin (Makrohämaturie), Fieber, Übelkeit und Erbrechen kommen. Bei einer verschleppten "harmlosen" Blasenentzündung kann es zu aufsteigenden Infektionen der Niere kommen (Nierenbeckenentzündung, Pyelonephritis), die mit schweren Krankheitsbildern einhergehen.
Verschiedene vorbeugende Maßnahmen und Verhaltensweisen spielen bei der Vorbeugung wiederholter Infekte eine Rolle. Bei häufigen oder sehr schweren Entzündungen sind weitere Untersuchungen empfehlenswert. Manchmal ist die Einnahme eines Antibiotikums oder sogar eine Impfung notwendig.
Vom einfachen bis hartnäckigen Fall - wir beraten Sie gern.
Hodenkrebs ist eine bösartige Gewebswucherung, die vom Hodengewebe des Mannes ausgeht. Hodenkrebs tritt meistens im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf und ist in dieser Altersgruppe die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Etwa 7 von 100 000 Männer sind pro Jahr betroffen. Seltener können jedoch auch jüngere oder ältere Menschen erkranken.
Die Ursachen für die Entstehung von Hodenkrebs sind unklar. Man weiß jedoch, dass Männer mit Leistenlhoden ein höheres Risiko haben, an Hodenkrebs zu erkranken. Bei 95% der betroffenen Männer tritt Hodenkrebs nur an einem Hoden auf. Die meisten Menschen bemerken die ersten Anzeichen von Hodenkrebs selbst. Am besten ist es in regelmäßigen Abständen in entspannter Stellung (z. B. unter der Dusche oder in der Badewanne) beide Hoden vorsichtig abzutasten.
Im Anfangsstadium der Erkrankung sind typische Beschwerden:
Bei fortgeschrittener Erkrankung können folgende Beschwerden auftreten:
Bei Ausbreitung der Erkrankung im Körper können jedoch noch eine Vielzahl weiterer Beschwerden hinzukommen. Je früher Hodenkrebs erkannt wird, desto einfacher ist dessen Behandlung und desto besser sind die Heilungsaussichten.
Bei der Behandlung von Hodenkrebs stehen verschiedene Behandlungsmethoden zur Verfügung, die je nach Art des Tumorgewebes und der Ausbreitung der Erkrankung eingesetzt werden.
Fast immer wird zunächst der befallene Hoden über einen Schnitt in der Leiste entfernt (Orchidektomie). Zusätzliche Operationen können notwendig werden, um Lymphknoten im Bauchraum oder Tochtergeschwulste in einzelnen Körperorganen zu entfernen. Mit einer Bestrahlung können, ebenso wie durch eine Operation, kleinere Absiedlungen von Hodenkrebs in den Lymphknoten des Bauchraumes behandelt werden. Eine Chemotherapie wird bei Hodenkrebs in der Regel dann eingesetzt, wenn sich die Erkrankung im Körper ausgebreitet hat. Oft ist eine Kombination von Operation, Bestrahlung und/oder Chemotherapie notwendig.
Da die richtige Auswahl der verschiedenen Behandlungsmethoden komplex ist, muss dies von einem Arzt durchgeführt werden, der über Erfahrung in der Behandlung von Hodenkrebs verfügt. Nur dann werden die besten Heilungserfolge erzielt.
Sollte Ihnen etwas an Ihrem Körper aufgefallen sein, oder sind Sie beunruhigt, sprechen Sie mit uns einen Termin ab. Wir bieten Ihnen ambulante Abklärung und stationäre Therapien im Rahmen unserer Belegarzttätigkeit an.
Peniskrebs ist selten. In der Bundesrepublik Deutschland erkranken jährlich 0,8 von 100.000 Männern. Es erkranken vorwiegend ältere Männer. Der Häufigkeitsgipfel der Erkrankung liegt im siebten Lebensjahrzehnt.
Die Ursachen für die Entstehung des Peniskrebses sind noch nicht geklärt. Die Beobachtung, dass bei Männern, die bereits als Neugeborene beschnitten wurden, Peniskrebs extrem selten ist, weist auf die Bedeutung einer wirksamen Intimhygiene hin. Für die Richtigkeit dieser Vermutung spricht andererseits auch die Tatsache, dass Peniskarzinome gehäuft bei Männern mit Vorhautverengung auftreten.
Wie bei den meisten Krebserkrankungen sind Frühsymptome sehr selten und uncharakteristisch, so dass sie häufig übersehen werde. Patienten mit Peniskrebs berichten häufig über einen klaren aber gelegentlich auch übel riechenden Ausfluss. Die Eichel oder die Vorhaut können angeschwollen sein oder auch Verhärtungen aufweisen. Bei ausgedehnten Tumoren, die sowohl eine blumenkohlartige Oberfläche haben als auch als Geschwür auftreten können, sind Blutungen häufig.
Die Diagnose wird durch eine Probeentnahme gestellt. Die Behandlung kann, abhängig vom Befund, sowohl als Operation als auch als Strahlentherapie bzw. kombiniert erfolgen. Die Heilungsaussichten sind umso besser, je frühzeitiger der Krebs erkannt wird.
Die Operation reicht je nach Ausdehnung des Tumors von der alleinigen Entfernung des Tumors bis hin zur Entfernung des Penis. Eine operative Entfernung der Leistenlymphdrüsen erfolgt nur bei Nachweis von Tochtergeschwulsten (Metastasen). Sind keine Lymphknotenmetastasen nachweisbar, kann im Anschluss an die Entfernung des Tumors eine prophylaktische Strahlentherapie der Lymphabflusswege erfolgen.
Ausgedehnte Tumore bzw. Tumore, die bereits in die Lymphknoten metastasiert haben, können mit einer Strahlentherapie wirksam behandelt werden.
Prostatakrebs ist eine Entartung von Zellen in der Vorsteherdrüse des Mannes. Seit 2002 ist das Prostatakarzinom vor Lungen- und Dickdarmkrebs die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Im frühen Stadium bereitet der Tumor meistens keine Beschwerden. Da sich die Symptome häufig erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen, wird der Prostatakrebs oft erst spät erkannt.
Schmerzen oder Blutbeimengungen im Urin sind keine Frühsymptome, sondern ein Zeichen dafür, dass der Tumor die Grenzen der Prostata bereits überschritten hat. Daher ist für jeden Mann ab dem 45. Lebensjahr die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen ratsam, sofern eine familiäre Vorbelastung besteht (Vater, Bruder, Opa mit Prostatakrebs) sollte diese bereits ab dem 40. Lebensjahr erfolgen.
In Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung stehen mehrere Möglichkeiten zur Behandlung von Prostatakrebs zur Verfügung: Operation, Bestrahlung, Chemotherapie und Hormontherapie
Bei einer Operation wird die Prostata mitsamt den Samenbläschen vollständig entfernt. Diese Behandlungsform hat in der Regel langfristig die größte Aussicht auf Erfolg. Bedingung dafür ist allerdings, dass der Tumor in einem (Wachstums-)Stadium diagnostiziert wird, in dem er noch auf die Prostata begrenzt ist und noch keine Metastasen in den benachbarten Lymphknoten gebildet hat.
An Nebenwirkungen können Impotenz und Harninkontinenz auftreten. Die Wahrscheinlichkeit von Impotenz bei radikaler Prostatektomie ist bei nicht nervschonender Operation nahezu 100%. Selbst bei nervschonender OP, die nur bei einem ausgewählten Patientenkreis vorgenommen werden kann, muss man mit einer Wahrscheinlichkeit von Impotenz (erektiler Dysfunktion) in der gleichen Größenordnung wie bei Bestrahlung rechnen.
Die Strahlentherapie wird jenen Patienten empfohlen, die keine Operation wünschen oder für die eine Operation ein zu hohes Risiko darstellt. Grundsätzlich besteht hier die Alternative zwischen einer Hochvoltbestrahlung von außen oder der Einpflanzung radioaktiver Stoffe in die Geschwulst selbst. Mögliche Folge einer Strahlentherapie ist die Impotenz.
Eine Hormontherapie wird dann notwendig, wenn der Tumor bereits Metastasen (Absiedlungen) gebildet hat. Das Wachstum vieler Prostatakarzinome wird vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron positiv beeinflusst. Mit der Hormontherapie versucht man, diese Hormonwirkung auszuschalten: entweder durch die Entfernung der Hoden, die dann kein Testosteron mehr produzieren oder durch die Gabe von Medikamenten, die die Wirkung des Testosterons hemmen.
Die Chemotherapie kommt zum Einsatz, wenn die Hormontherapie versagt. Die Prognose ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und vom Allgemeinzustand des Patienten.
Jährlich erkranken in der Bundesrepublik Deutschland schätzungsweise 13.000 Männer und 5.000 Frauen an Blasenkrebs. Es ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 40sten Lebensjahr mit zunehmendem Alter.
Risikofaktoren sind Berufsbelastung mit bestimmten Chemikalien, Tabakkonsum, übermäßiger Alkoholkonsum, Haarfärbemittel und in tropischen Regionen die Bilharziose. Das schmerzfreie Wasserlassen von blutigem Urin ist häufig das erste Warnzeichen. Schmerzen treten erst später auf. Bei den geringsten Anzeichen von Problemen beim Wasserlassen oder Schmerzen im Unterbauch, sollte sofort ein Urologe konsultiert werden. Die Diagnose wird durch Ultraschall, mikroskopische Urinuntersuchung (Zytologie) und Blasenspiegelung (Zystoskopie) durchgeführt.
Man unterscheidet zwei Typen von Blasenkrebs:
Ersterer ist dadurch gekennzeichnet, dass er nach Abschluss der Behandlung an der behandelten, wie auch an anderen Stellen erneut auftreten kann. Der zweite, aggressive Typ zeigt häufig ein starkes Wachstum.
Die oberflächlichen Harnblasentumore werden (kameraunterstützt) durch die Harnröhre mit einer elektrischen Schlinge abgetragen. Die Gewebespäne werden später feingeweblich untersucht. Bei bestimmte Krebsstadien ist es möglich die Krebszellen farblich zu markieren. Hierbei wird eine Zeit vor dem Eingriff eine Markerflüssigkeit in die Blase gefüllt. Der Blutverlust bei diesem Eingriff ist äußerst gering. Als Komplikationen nach der Operation können Nachblutungen, Harnwegsinfekte oder Harnröhrenverengungen auftreten.
Ist der Blasenkrebs schon weiter fortgeschritten, so ist eine Entfernung der Blase notwendig (Zystektomie). Die Möglichkeiten einen Ersatz für das Speicherorgan Harnblase zu finden sind vielfältig. Sie reichen von einer Urinableitung in einen Beutel (Ileumconduit nach Bricker) bis zum vollständigen Ersatz der Blase durch eine "neue Blase" aus eigenem Darm (Neoblase nach Hautmann).
Im Rahmen unserer Belegarzttätigkeit bieten wir Ihnen endoskopische Operationsverfahren an. Für die offenen Operationen können wir Ihnen den Kontakt zu den urologischen Kompetenzzentren herstellen.
In Deutschland erkranken rund 12000 Menschen pro Jahr an Nierenkrebs. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Der Altersgipfel der Erkrankten liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Risikofaktoren sind Rauchen, chronisch eingeschränkte Nierenfunktion und Zystennieren sowie langfristige Einnahme von Schmerzmitteln.
Frühsymptome sind selten. Durch die immer häufigere Durchführung von Ultraschalluntersuchungen der Niere im Zusammenhang mit anderen Fragestellungen wird Nierenkrebs zunehmend zufällig und damit in einem früheren Stadium entdeckt. Bei Blut im Urin, Schmerzen in den Flanken, unklarem Fieber, Gewichtsverlust, Blutarmut und ständiger Abgeschlagenheit muss an Nierenkrebs gedacht werden, der dann allerdings meist schon fortgeschritten ist.
Mit Hilfe spezieller bildgebender Verfahren, der Ultraschalluntersuchung und einer Computertomographie, kann Nierenkrebs nahezu immer eindeutig diagnostiziert werden. Blutuntersuchungen geben selten Hinweise. Um die Ausbreitung der Erkrankung, das Stadium, zu bestimmen, sind weitere Untersuchungen erforderlich. Dazu gehören insbesondere Röntgenuntersuchungen zur Darstellung der Nieren und der Harnableitung mit Kontrastmittel, Computertomographie der Leber und eine Röntgenuntersuchung der Lunge.
Die Behandlung richtet sich nach der Ausbreitung der Erkrankung. In frühen Stadien ohne Fernmetastasierung ist die Operation die Methode der Wahl. In der Regel werden dabei auch die Nebenniere und oft die nächstgelegenen Lymphknoten entfernt. Eine begrenzte Tumorentfernung kommt vor allem bei Einzelnieren oder chronisch eingeschränkter Nierenfunktion in Betracht.
Langzeitschäden nach operativer Entfernung einer Niere sind extrem selten. In der Regel übernimmt die verbleibende gesunde Niere bald die vollständige Ausscheidungsfunktion.
Je kleiner der Tumor ist, desto unwahrscheinlicher sind Absiedlungen. Bei einem auf die Niere begrenzten Tumor ohne Lymphknotenbefall und Metastasierung sind die Aussichten auf Heilung durch die operative Entfernung der Niere sehr gut. Auch wenn einzelne, gut operable Fernmetastasen vorliegen, ist eine Heilung noch möglich. Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten, kann das Fortschreiten durch medikamentöse Behandlung allenfalls verzögert werden. Die Linderung der Beschwerden und die Erhaltung der Lebensqualität stehen dann im Vordergrund.
Enuresis (Nächtliches Einnässen) und kindliche Harninkontinenz (Einnässen am Tage und in der Nacht).
Liebe Kinder, liebe Eltern,
viele Kinder haben das Problem, ungewollt in die Hose oder ins Bett zu nässen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Wir wollen Euch/Ihnen helfen diese herauszufinden und gemeinsam eine Lösung dieses Problems finden.
Hierzu erst einmal ein paar Fakten:
Enuresis bedeutet Einnässen im Schlaf nach dem 5. Lebensjahr zweimal oder öfter pro Monat. Bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres nässen noch ein Drittel der Kinder gelegentlich nachts ein. Eine spontane Verbesserung tritt bei 15 % der Kinder pro Jahr auf, so dass von den 11jährigen Kindern noch 7 % betroffen sind.
Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle:
Harninkontinenz bezeichnet unwillkürlichen Urinverlust am Tage, hierzu gehören auch sehr häufiges Wasserlassen und sehr starker nicht zu unterdrückender Harndrang. Auch hier können verschiedene Faktoren, u.a. das Zusammenspiel der Nerven und Muskeln in der Blase, eine Rolle spielen.
Um eine genaue Einschätzung vornehmen zu können, welche Ursachen bei Dir/Ihrem Kind vorliegen können, sind folgende Punkte für uns wichtig: wenn Du/Sie in unsere Sprechstunde kommst/kommen, werden wir ein Gespräch führen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Die Nieren und die Harnblase werden mit Ultraschall untersucht. Eventuell ist die Untersuchung einer Urinprobe notwendig.
Ganz wichtig ist das Führen eines "Pipiprotokolls". Dieses kannst Du mit Hilfe Deiner Eltern schon führen und dann mit in die Sprechstunde bringen, dann können wir direkt besprechen, was wir dort sehen können.
Das "Pipiprotokoll" ist ganz einfach:
An 4 Tagen, am besten am Wochenende oder in den Ferien, soll vom Aufstehen bis zum nächsten Morgen ein Protokoll geführt werden, in dem jedes Wasserlassen, jeder Harndrang und jedes Trinken mit Uhrzeit und Menge notiert wird. Dies müssen nicht 4 Tage am Stück sein, sondern 4 beliebige Tage, an denen Sie liebe Eltern, möglichst viel Zeit mit Ihrem Kind verbringen, damit das Protokoll möglichst umfassend geführt werden kann.
In die erste Spalte sollst Du als erstes den Wochentag schreiben. Dann gehört in diese Spalte jedesmal, wenn Du Wasser lässt oder etwas trinkst die Uhrzeit. Beim Wasserlassen sollst Du statt der Toilette einen Messbecher benutzen und dann danach die Menge, die Du an der Messskala ablesen kannst in die 2. Spalte eintragen, z.B. 50 oder 100 ml. Wichtig für uns ist, dass Du auch aufschreibst, ob Du ganz dringend auf die Toilette musstest (= Harndrang) oder nur auf die Toilette gegangen bist, weil Du vielleicht danach zum Spielen gegangen bist und vorher die Blase ganz leer sein sollte. Den Drang, Du kannst z.B. einen Blitz malen, trägst Du bitte in der 4. Spalte ein. Auch beim Trinken sollst Du die Menge aufschrieben, ein normales Glas hat ca. 200 ml. Diese Menge gehört in Spalte 3, die Zeit dazu in Spalte 1. In Spalte 5 bitte aufschreiben ob die Hose oder das Bett nass geworden sind. in der letzten Spalte soll die Häufigkeit und Art des Stuhlgangs notiert werden.
Deine Eltern werden Dir beim Ausfüllen sicher gerne helfen!
Bitte bring/ bringen Sie das Protokoll zu dem Termin in die Sprechstunde mit.
Vielen Dank und bis bald!
Die Vorhaut ist bei der Geburt normalerweise nicht über die Eichel zurückzuschieben Dies ändert sich mit zunehmendem Alter. Meist ist bis zur Einschulung die Vorhaut komplett zurückzuziehen.
Als Eltern sollte man ein Zurückschieben der Vorhaut nicht erzwingen, am besten ist es dies dem Kind selbst zu zeigen um eine Reinigung darunter zu ermöglichen. Wenn die Vorhaut überhaupt nicht beweglich ist, Entzündungen auftreten, sich die Vorhaut beim Wasserlassen ballonförmig aufbläht oder der Junge Schmerzen beim Wasserlassen hat, sollten Sie mit uns einen Termin vereinbaren, damit wir uns den Penis einmal anschauen um zu entscheiden ob und wie etwas getan werden muss. Bei einer Therapie stehen operative und konservative Möglichkeiten zur Verfügung.
Der Hochstand von einem oder beider Hoden ist ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild, welches frühzeitig untersucht und behandelt werden sollte. Ein nicht behandelter Hodenhochstand kann zu späterer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit führen und birgt ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Hodenkrebs. Von daher: – lieber einmal zu viel nachschauen lassen!
Die Hoden sollten bis zum Ende des ersten Lebensjahres im Hodensack liegen. Wenn von Geburt an ein Hodenhochstand besteht, sollte mit einer Therapie ca. ab dem 8 Lebensmonat begonnen werden. Von einem Hodenhochstand spricht man, wenn ein oder beide Hoden in mehr als 50 % der Fälle in entspanntem Zustand (z. B. auf dem warmen Wickeltisch oder bei dem müden Kind) nicht im Hodensack liegen. Um hierin ganz sicher zu sein, sollten Sie mit Ihrem Kind ein 4wöchiges Protokoll führen, bei dem Sie zweimal täglich die Lage der Hoden (beidseits) aufschreiben. Wenn einer oder beide in über der Hälfte der Fälle nicht im Hodensack liegen vereinbaren Sie einen Termin mit uns und bringen das Protokoll mit! Das einmalige Anschauen durch einen Arzt/Ärztin – fremde Umgebung, fremde Person – ist für eine genaue Einschätzung im Zweifelsfalle nicht ausreichend.
Auch wenn der Junge schon älter ist, oder ein Hodenhochstand erst später aufgetreten ist gilt dieses Vorgehen. Manchmal „pendelt“ der Hoden auch und ist mal unten und mal oben – mit dem Hodenprotokoll können wir dies ganz genau einschätzen und Sie bezüglich des weiteren Vorgehens beraten.